Dolomiti 28.03.-30.03.2013|Kronplatz-Alta Badia-Cortina

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Dolomiti 28.03.-30.03.2013|Kronplatz-Alta Badia-Cortina

Beitragvon TW » 20.12.2013, 22:08

Dolomiti 28.03.-30.03.2013 (Ostern)|Von Massenrummel, Felsen und absoluter Stille
-Kronplatz-Alta Badia-Cortina-


Alte-Altlasten Bewältigung Nr.6, wenigstens kommt der Osterbericht noch vor Weihnachten...

Endlich mal wieder nach St. Kassian! Während wir einige Jahre lang unseren Skiurlaub wechselnd in den Dolomiten und im Pinzgau verbracht hatten, waren wir in den letzten Jahren nur noch ins Pinzgau gefahren. Dort ist es unbestritten ebenfalls sehr schön, aber das letzte Mal dass wir in den Dolomiten waren, war mittlerweile schon 5 Jahre her! Die Auswahl des Zielortes war in den letzten Jahren zwar durchaus von den deutlichen Preisdifferenzen bei unseren Stammunterkünften abhängig, aber dieses Jahr sollte es einfach mal wieder nach Südtirol gehen, zumal auch mein Opa und Onkel mit Familie ebenfalls zu Ostern dort sein wollten. So zog es uns endlich wieder in dieses unendlich große Skigebiet, welches so verschiedene Facetten zeigen kann- Von dem allseits bekannten grandiosen Panorama auf den Dolomitenfels über trashige, ruhige Ecken mit coolen, alten Liften bis zur vollplanierten, überfüllten Industrieskipiste mit entsprechend kapazitätsstarker, moderner Aufstiegsanlage.
Während für die restliche Familie die komplette Karwoche eingeplant war, hatte ich leider in der FH erst ab Gründonnerstag frei und konnte deshalb nicht so einfach mitfahren. Der gesamte Urlaub war für alle anderen bis zum Karsamstag geplant.
So einfach wollte ich mir das nicht bieten lassen, denn das sind immerhin 3 mögliche Skitage für mich :mrgreen: Die Überlegung war Folgende: Am Mittwoch müsste ich nach der FH (demnach mit komplettem Gepäck inkl. Skisachen) in den Zug steigen. Bis nach St. Kassian würde ich an diesem Tag natürlich nicht mehr kommen, aber durchaus noch bis Österreich. Um in das gesamte Skigebiet einzusteigen, könnte ich in Percha am Kronplatz die direkte Verknüpfung zwischen Eisenbahn und Seilbahn nutzen. Und tatsächlich- Es gibt um 7 Uhr morgens ab Innsbruck einen direkten Zug über Percha nach Lienz (Osttirol).- Ankunft 09:07. Ja perfekt!
Jetzt braucht es nur noch eine Übernachtung in Innsbruck.
Angerufen in der Jugendherberge- ja, für das Datum ist noch was frei. 6er Zimmer? ja, kein Problem, Massenlager bin ich ja von den Alpenvereinshütten gewohnt. Für eine Nacht ÜF 22,50€, ok. Dass ich schon um 06:15 Uhr "auschecken" muss, sei kein Problem, nur auf das (mitbezahlte) Frühstück müsse ich dann verzichten. Na gut...

Ostern kam näher- und leider musste meine Familie mit Ausnahme meines größeren kleinen Bruders die Hotelbuchung aus gesundheitlichen Gründen stornieren. Mein Bruder fuhr somit alleine mit meinen Großeltern, Onkel,Tante, Cousin und Cousine voraus, mein Plan zum Hinterherkommen blieb unverändert.
Und ich machte mir langsam Gedanken, wo ich denn fahren will. Wobei ich mir da eigentlich nicht besonders viele Gedanken machen musste, ich hatte eigentlich zwei ganz konkrete Ziele: Der Cristallo-Schartenlift bzw. das ganze Skigebiet Cortina und der Korblift Fedaia an der Marmolada-Flanke. Eigentlich hatte ich auch noch viel mehr Pläne, was man in diesem riesigen Skigebiet mal machen könnte... Endlich mal die Sellarunde "rückwärts", also im Uhrzeigersinn, und sich dabei mal richtig im Fassatal und Gröden austoben, die "Grande Guerra" Skitour ins Civetta, die Seceda, Buffaure oder wenn möglich auch Karersee- alles Ziele, die mich durchaus interessieren würden. Aber Cristallo und Fedaia sind einfach die wohl coolsten Orte im ganzen Dolomiti Superski- und auch akut von der fine vita technica, also Ersetzung oder Stillegung, bedroht. Somit besteht für mich auch ein gewisser Zeitdruck, diese Bahnen noch zu fahren...
Es würden definitiv nur drei Skitage sein- wovon der erste organistionstechnisch schon für den Kronplatz "verplant" ist. Also noch zwei Tage für zwei große Ziele. Mal sehen, ob das klappt...

Das Wetter an Ostern in Südtirol? Sonne, was denn sonst! Südtirol ist ja sowieso dafür bekannt, dass es nur nachts schneit, und tagsüber immer die Sonne scheint- und dann noch an Ostern, was soll denn da noch passieren??
Leider war das in diesem Jahr etwas anders. Der Winter ging einfach so immer weiter, nicht nur in den Alpen, sondern auch in der Rhön! An Ostern war es möglich, in allen Skigebieten der Rhön Ski zu fahren, leider allerdings nicht an allen Liften... die Einschränkungen beruhten aber nicht auf Schneemangel sondern auf massiven Besuchermangel!! Die Leute hatten leider einfach die Schnauze voll vom Winter, und das bei den wahrscheinlich besten Schneebedingungen in der Rhön, seit ich in Fulda wohne (und an Ostern) :shock:
Leider hatte ich allerdings auch keine Zeit, in der Rhön Ski zu fahren, denn ich hatte ja noch in der FH zu tun, und dann wollte ich nach Südtirol- das war eigentlich schon extrem schade...
Leider war eben auch in Südtirol dieser verlängerte Winter zu spüren- Sonnenstrahlen sah meine bereits vorausgereiste Familie in dieser Woche eher weniger. Aber ich hatte ja etwas spezielles vor, und so hielt das mich natürlich nicht davon ab, das gebuchte Hotelzimmer auch zu beziehen. So ging es dann mit voller Skiausrüstung in die letzte Vorlesung in Würzburg und dann gleich weiter in richtung Innsbruck.

Wer sich nicht für Bahnfahren, Tarifprobleme und Jugendherbergen interessiert, kann jetzt gerne bis zum ersten Seilbahnbild vorspringen ;)

Für den ÖBB-Anteil der Fahrt hatte ich mir vorgenommen, mir eine VorteilsCard der ÖBB zuzulegen, also praktisch die österreichische Variante der BahnCard50. Diese kostet für Personen unter 26 Jahren nur 20 Euro im Jahr- davon hätte ich die Hälfte allein schon bei dieser Fahrt wieder raus. Aber wie kommt man in Deutschland da dran? Bestellen im Internet? Fehlanzeige! Gibts nur an ÖBB-Personenkassen. Vorsichtshalber habe ich dann also in München Hbf nachgefragt- auch nix. Hier is Deutschland. Aber ich wollte ja die Karte schon haben bevor ich in Österreich einreise, um damit dann schon die dortige Bahnfahrt zu bezahlen... So nahm ich mir dann vor, in Kufstein einen Zwischenstopp einzulegen (Dieser Österreichische Grenzbahnhof ist freundlichweise mit DB-Fahrkarten zu erreichen) um dort die VorteilsCard zu erwerben.
Aber es gab noch einen Joker: Ich war mit einem ÖBB-EuroCity von München nach Innsbruck unterwegs. Der dort schon ab München mitfahrende österreichische Zugbegleiter konnte tatsächlich neben dem in Österreich im Fernverkehr üblichen Fahrkartenverkauf auch die VorteilsCard verkaufen- auch schon vor Kufstein! Das scheint tatsächlich die einzige Möglichkeit zu sein, auf deutschem Boden eine VorteilsCard zu erwerben :roll:
Mit dem passenden Fahrschein und der vorläufigen VC inkl. Antragsformular, welches ich dann zwecks Passbild allerdings wieder teuer aus Deutschland nach Wien senden musste, ging es dann ohne Aussteigen nach Innsbruck durch.

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Meine erste Fahrt als ÖBB-"Vorteilskunde", mittlerwieile hat sich die Karte schon sehr gelohnt ;)

Wer jetzt glaubt, ich konnte entspannt in die Jugendherberge fahren irrt :P es geht weiter mit Tarifdschungel ;)
In Innsbruck versuchte ich dann, für den nächsten Morgen am Automaten ein Ticket von Innsbruck nach Percha (Ausland!!) zu bekommen. Das war - wer hätte das gedacht - nicht möglich. So ging ich ins zum Glück noch geöffnete Reisezentrum. Der dort beschäftigte Schalterbeamte war erstmal leicht überfordert, dass es diesen Ort geschweige denn einen Direktzug dorthin gibt, war ihm erstmal nicht bekannt. Ok, ist jetzt auch nicht der riesige Bahnhof, das muss man ja nicht wissen- aber dass er mir den ÖBB-Tarif bis Brenner und dann weiter Auslandstarif mit Railplus-Rabatt nicht ausstellen konnte, fand ich dann schon wieder recht spannend. Immerhin gibt es dorthin einen Direktzug im Nahverkehr, also ohne Möglichkeit zum Fahrkartenkauf im Zug! Wie soll man den denn bitte dann benutzen können? :lol:
Letztlich hat er mir dann ein VVT-Verbundticket nach Innichen ausgestellt, was zwar noch in Südtirol, aber schon wieder der Tarifgrenzpunkt nach Osttirol ist. Ich habe also praktisch ein ganzes Stück zu weit bezahlt und auch die VorteilsCard wurde nicht berücksichtigt...
Was ich dann im Nachhinein noch rausgefunden habe: Für die gesamte Pustertalbahn gibt es scheins VVT-Tarifwaben, auch für Percha. Das finde ich schon echt schwach, dass das der Schalterbeamte nicht wusste. Wenn es in Wien gewesen wäre, ok, aber das ist ja praktisch direkt vor der Haustür von Innsbruck! Wahrscheinlich müsste es also doch auch am Automaten über die VVT-Funktionen lösbar sein.

Nach dem Stress ging ich dann erstmal noch in die ÖBB-Lounge, für freies WLAN ;) Außerdem gibts da deutlich bessere Kaffeeautomaten als in den DB-Lounges... Irgendwie muss man halt der Wiener Kaffehauskultur gerecht werden ;)

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Die Zubereitung einer heißen Schokolade ist damit zwar etwas komplizierter und langwieriger, aber dafür mit 100% echter Milch. Und dass es länger dauert, hat auch nicht gestört, denn ich war komplett alleine in der Lounge, was ich in Deutschland auch noch nie erlebt habe. Besonders cool fand ich auch die Skiständer am Eingang (gabs im Reisezentrum auch). Nein, auch wenn sie so aussahen, keine Schirmständer, ausdrücklich mit Skier-Symbol drauf :lol:

Nach dem Abendessen bei Subway ging es dann auch in die Jungendherberge. Dort dann die nächste Überraschung...
Ich erwähnte beim Einchecken nochmal, dass ich (wie am Telefon besprochen) schon um 6:20 Uhr das Haus verlassen müsste. Da hörte sich das schon ganz anders an: Nein das geht nicht, ich kann den Schlüssel da noch nicht zurückgeben, weil die Theke nicht besetzt ist, das ist ja weit vor dem Frühstück und die Haustür sei auch noch abgesperrt :shock: Vor allem letzteres wunderte mich sehr, da ich direkt davor noch einen Code bekommen habe, um noch spät nachts in das Haus rein zu kommen (was ich ja nicht vor hatte). Man kommt also rein, aber nicht raus?? Gut, dieses Detail ließ ich dann mal so stehen, aber darauf, dass ich schon früh raus musste ich schon bestehen- denn anders funktionierte die ganze Planung j a nicht, und ich hatte es es ja immerhin telefonisch bei der Buchung so vorausgesetzt. Als "Ausnahme" wurde mir dann doch erlaubt, dass ich den Schlüssel der Küchenkraft abgebe, die dann morgens schon beschäftigt ist, die sollte mich dann auch zur Tür rauslassen.
Gut, war das auch geschafft. Zum Gebäude wusste ich dann nicht so richtig, ob ich es jetzt cool finden sollte oder nicht... auf Jeden Fall schon ziemlich alt und heruntergekommen, eigentlich genau das, was man sich so unter ner Jugendherberge vorstellt. Extrem enge Zimmer- Es waren nur 4 Leute im 6er-Zimmer und ich hatte wirklich Mühe, mein Gepäck noch irgendwo zu platzieren, denn eigentlich stehen da drin einfach nur 3 Doppelstockbetten, getrennt durch einen Gang von etwa halber Bettbreite. Den Rest nimmt der Schwenkbereich der Tür ein. Größe des Raums also ungefähr ein Zugabteil^^ Ich erklärte noch, dass ich leider schon um 6 Uhr aufstehen müsse, was für die anderen kein Problem darstellte, und nach noch kurzen Gesprächen war dann auch bald Nachtruhe.

Morgens suchte ich dann nach dem Aufstehen nach der Küchenfrau. Diese nahm allerdings nur den Schlüssel entgegen, Aufschließen wollte sie mir nicht... denn wie ich mir eigentlich schon gedacht hatte, war es natürlich überhaupt kein Problem, aus dem Gebäude zu kommen, man musste nur die Türklinke betätigen :lol:

Während ich mich am Vorabend noch von den ziemlich verwirrenden Angaben (Irgendwo umsteigen mit Fußweg, dummerweise hatte ich mir den natürlich nicht angeschaut :D ) der ÖBB-Fahrplanapp in die Irre führen ließ, hielt ich mich dieses Mal einfach an den Netzplan (am Sillpark in die Straßenbahn 3 umsteigen), womit ich auch pünktlich am Hauptbahnhof war. Die Linie O von der Jugendherberge weg ist dabei leider ein ganz normaler Bus- bis 2007 wäre das noch ein O-Bus gewesen. Mittlerweile muss man für dieses Vergnügen nach Salzburg fahren^^

In Innsbruck war das Wetter an diesem Morgen recht gut- und es ist für mich mich immernoch eine der genialsten Städte, die ich kenne. Stadt und hohe Berge auf so kleinem Raum, das ist einfach etwas besonderes.

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Und hier steht der Korridorzug nach Osttirol- leider wurde dieser Zug mit dem Fahrplan 2014 durch einen Bus ersetzt. Beworben wird natürlich, dass dieser deutlich schneller ist. Logisch, er lässt auch einfach alle Halte zwischen Innsbruck und Osttirol aus :shock:
Gleichzeitig wurde jetzt angeblich ganztägig die Verbindung Innsbruck-Lienz mit 1x Umsteigen verbessert. Wenn das denn stimmt (den Vergleich habe ich da nicht) ist das zwar tatsächlich eine Verbesserung, leider muss man für diese spezielle Fahrt jetzt aber bereits um 6:22 Uhr losfahren, um dann um 8:37 anzukommen. Fahrzeit also nur geringfügig länger und mit 1x umsteigen, aber früher.
Dass der durchgehende Zug wegfällt, wurde auch zum großen Politikum in Tirol. Ganz lustig sind da auch einige Kommentare in online-Portalen von Tiroler Zeitungen... Besonders sachlich geht es da nicht mehr zu, und ich glaube auch nicht, dass die dort so oft angesprochene Mutter mit Kinderwagen (die mit der Direktverbindung angeblich einen riesigen Vorteil hat) besonders gern schon um 7:00 Uhr am Bahnhof steht, um gemütlich nach Lienz zu fahren... Die freut sich dann doch eher über eine ordentliche Verbindung mit 1x umsteigen im 2-Stunden-Takt...

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Re: Dolomiti 28.03.-30.03.2013|Kronplatz-Alta Badia-Cortina

Beitragvon TW » 20.12.2013, 22:09

Tag 1: Kronplatz+Alta Badia DO 28.03.2013|KabinenbahnWahnsinn

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Benvenuti in Italia!! (Sorry, ich mein natürlich Grüß Gott in Südtirol ;) )
Noch ganz kurz bleiben wir beim Thema Eisenbahn, dann gehts aber Skifahren, versprochen!! Das geniale am Bahnhof Percha ist nämlich, dass das Gebäude links bereits die Talstation der Seilbahn zum Kronplatz ist, die Distanz vom Innenraum Zug bis Innenraum Kabinenbahn ist damit gut 10m!!
Nur noch schnell den Skipass kaufen- glücklicherweise ist DolomitiSuperski langsam vom ausschließlichen Verkauf des Verbundpasses in den Skipassbüros weggekommen, somit war es kein Problem hier 3 Tage Dolomiti zu lösen.
Das Wetter präsentierte sich leider auf der Südseite des Brenners nicht mehr so schön wie in Nordtirol...

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Blick vom Gondelbahnsteig (rechts eine Kabinentür) auf den Bahnbahnsteig... das ist schon wirklich cool :D

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Die Aussicht sieht leider erstmal nicht so toll aus- hier unten nur Kunstschnee, und seit der Brennerüberfahrt ist der Himmel wolkenverhangen...
Zeit einen Blick auf das Skigebiet zu werfen ;)

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Tracks anklicken zum vergrößern!
Das Kernskigebiet am Kronplatz besteht von den Liftanlagen im Wesentlichen aus EUBs, die den "kahlköpfigen" Berg von fast allen Seiten erschließen. Die Highlights des "Gondelwahns" sind dabei wohl die Bahnen Korer und Cianross (letztere in St. Vigil), welche die Länge eines Übungsliftes aufweisen bzw. einen solchen auch ersetzt haben. Im Gegensatz dazu steht eben die ziemlich beeindruckende EUB Ried von der Bahnstation Percha bis zum Gipfel- alleine die 1. Sektion hat schon 4337m Streckenlänge, die zweite (schon vorher bestehende, aber ersetzte Sektion) dann nochmal 1709m, also insgesamt eine gut 6km lange Bahn!

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In Richtung Süden löst sich noch eine einzige Liftkette vom Kronplatz, die über St. Vigil nach Piculin führt- und ebenfalls vollständig aus EUBs besteht. In Piculin besteht dann "Anschluss" an den Skibus nach Alta Badia, den ich dann später nutzen würde.
Insgesamt eigentlich ein durchschnittliches "Industrieskigebiet". Vor einigen Jahren wollte ich noch unbedingt dort hin, dieses Jahr nutzte ich es eher als Einstieg ins restliche Skigebiet und fuhr das Skigebiet dann eben noch ab, weil ich schonmal da war. Pistentechnisch sind ein paar schwarze Abfahrten zwar durchaus sehr empfehlenswert, aber mehr Highlights gab es für mich im Skigebiet eigentlich nicht. So Dinge wie unmodellierte Abfahrten, stylishe, ruhige Ecken und historische Anlagen sowieso nicht. Auch das Panorama ist nicht zu vergleichen mit den genialen Felsformationen im Sella-Gebiet - wobei ich da auch zugeben muss, dass ich das bei diesem Wetter nicht zu 100% beurteilen konnte.

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Überblick über die Zustiegsstation am Ende der Talabfahrt, direkt hinter der Talstation nach Überquerung eines Baches. Abfahrende Skifahrer steigen hier in die talfahrenden Kabinen zu, fahren das kurze Stück zur Talstation und bleiben dann entweder zur Bergfahrt sitzen oder verlassen das Skigebiet.

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Bei der zuerst flachen Streckenführung verwundert es fast, dass es überhaupt möglich war, eine Piste hier hinunter zu bauen. Die Piste führt aber über einen Bergrücken, der sich eben fast genau bis zur Talstation erstreckt. Hinten sieht man auch die schwarzen Pisten nach Bruneck hinunter.

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Die erste Pistenwahl entfiel auf die rechte schwarze Abfahrt nach Bruneck. Sehr empfehlenswert, und durch die Länge auch fast ein bisschen anstrengend :D
Ein Hinweis zu den "Fusseln", die leider auf sehr vielen Bildern links unten zu sehen sind: Die stecken in meiner Kompaktkamera und sind bei schlechter Witterung immer besonders gut zu sehen. Ich habe derzeit keine Zeit und Lust, das auf jedem Bild zu retuschieren, daher verzeiht es mir bitte...

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An der Korer-Bahn begegnete mir dann dieses Monstrum von Kicker. Zum Größenvergleich beachte man den Zaun!

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Absolut riesiges Teil :shock:

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Die Kronplatz2000-EUB führt parallel zur "Kronplatz I+II"-EUB, nur ohne Mittelstation, dafür mit leichter Kurve

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Nun auf der anderen schwarzen Abfahrt, am oberen Bildrand sieht man eine Langlaufloipe...

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Die Kabinenform der Belvedere-Bahn finde ich sehr schön! Schade, dass die wahrscheinlich bald ersetzt wird.

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Unter der Bahn verläuft der Funpark. Ich bin auch einmal durchgefahren, die Kicker sind aber extrem steil, was in DE/AT nicht üblich ist. Durch den recht schweren Rucksack musste ich sowieso aufpassen, nicht in Rückenlage zu kommen, daher ließ ich das lieber bleiben^^ War aber eh nicht wirklich Zeit dafür.

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Es gibt tatsächlich auch Sesselbahnen hier, wenn auch sehr wenige :D
Parallel zur EUB Olang I+II gibt es noch eine Liftkette aus EUB und 2x KSB, hier in der KSB Arndt. Die Pisten in diesem Bereich sind allerdings überwiegend blaue, volle Autobahnen.

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Der 6EUB "Alpen" erstattete ich dann auch noch einen Besuch, nachdem sie im kommenden Sommer ersetzt wurde (oder besser gesagt, die neue Bahn läuft schon ;) ). Gegenüber den sonst üblichen Waldschneisen ist die Piste hier etwas offener.

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Ich glaube es war das erste mal überhaupt, dass ich vorhatte, an einer EUB-Mittelstation auszusteigen. Aber dann sah ich dieses Schild. Warum denn das?? Schön, fahr ich halt nochmal ne blaue Pistenautobahn...
Bei der neuen Bahn hat man die Mittelstation jetzt auch einfach ganz weggelassen.

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Die Abfahrt ganz nach Olang runter war dann auch ein pistentechnisches Highlight des Tages: ziemlich leer und schön aufgefint, und auch nicht so flach wie die Pisten oberhalb. Die Lorenzi-EUB war leider geschlossen, sonst hätte ich hier glatt eine Wiederholungsfahrt eingelegt. Aber wahrscheinlich wäre die Piste auch voller, wenn die Bahn geöffnet wäre ;)

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Nachdem ich nun praktisch alle Ecken des Kernskigebietes am Kronplatz abgefahren hatte, ging es langsam auf den Weg in Richtung Alta Badia. Vom Kronplatz also erstmal runter in Richtung der gegenüber sichtbaren Bahn Pre da Peres, wo noch eine schwarze Piste der Marke "Null Abwechslung, einfach nur steil" auf mich wartete...

Ab hier merkt man übrigens auch, dass man sich langsam den ladinischen Tälern nähert: Die Liftnamen ändern sich von deutschen zu auf italienisch nicht besonders sinnvollen Begriffen, die ich jetzt mal als ladinisch interpretiere.

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Auslauf der Abfahrt, der eine Teil war abgetrennt und deutlich leerer und weniger ausgefahren, aber oben ebenfalls frei zugänglich.

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Weiter ging es dann mit der 4SB Rara- als ich deren Talstation gesehen hab, hab ich mich echt gewundert... Die ist ja gar nicht kuppelbar :shock: Tatsächlich ist es die einzige nicht kuppelbare Anlage im ganzen Skigebiet. Schlepplifte gibt es überhaupt nicht :lol:
Diese Bahn braucht aber auch fast keiner, man kann stattdessen auch bis auf eine eigene Abfahrt die EUB Pre da Peres nehmen...

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Weiter runter gehts nun bis nach St. Vigil.

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Über die Häuser von St. Vigil schwebt man als Skigebietsverbindung in beide Richtungen mit der auch schon älteren wirkenden EUB "Skitrans Bronta".
An der folgenden Südosthängen sahen die Pisten dann schon so zerfahren aus, dass ich keine Wiederholungsfahrt ansetzte, auch wenn es eine schwarze Piste gewesen wäre ;)

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So kam ich dann schon gleich zur Abfahrt nach Piculin, auch eine schwarze Abfahrt. Aber leider (auch mangels Alternativpiste) ebenfalls sehr versulzt und verbuckelt. Beste schwarze Abfahrt?? Also sorry, mich würde wirklich mal interessieren, woran das festgemacht wurde, da kenn ich wirklich bessere :lol:

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Vielleicht lags aber auch am Schneebandcharakter, dass mir die Piste nicht so zusagt...

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An der Talstation fährt nun alle 20 Minuten der Skibus nach Alta Badia, der für die Fahrtstrecke ebenfalls 20 Minuten braucht.

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Re: Dolomiti 28.03.-30.03.2013|Kronplatz-Alta Badia-Cortina

Beitragvon TW » 20.12.2013, 22:10

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Wir nähern uns dem Skigebiet Alta Badia. Den Kern des Gebietes bildet das "Skicarosello" zwischen Corvara, La Villa und St. Kassian. Der Bus kommt allerdings an einem Außenanst an, der auf der anderen Seite von La Villa an das Skigebiet anschließt: Der Teil Pedraces, den ich bisher immer nur ziemlich menschenleer erlebt habe. Direkt am Ort befindet sich eine sehr lange 4KSB, an die noch eine DSB anschließt. Mit noch einem kurzen Laufstück erreichbar ist dann die Kapelle S. Croce, die auch traditionell von uns immer besucht wird. Pedraces ist an das restliche Skigebiet mit einer in beiden Richtungen benutzten KSB verbunden, an deren Ende sich die Bushaltestelle zum Kronplatz befindet. Weiter geht es mit der 4KSB Sponata (mit sehr schöner, immer leerer Piste). Von La Villa kommt dort die 4KSB Gardenazza herauf. Bis vor zwei Jahren musste man noch in Richtung Pedraces durch den Ort laufen, mittlerweile wurde eine weitere kurze Verbindungs-SB errichtet.

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Aus dem Bus blicke ich auf die Bahnen von Pedraces und auf den Sas dla Crusc- mit Dolomitenfels :)

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Die Lifte von Pedraces wollte ich noch fahren, deshalb ging es von der Bushaltestelle per Verbindungsbahn erstmal nach Pedraces rüber

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Die zweite Sektion endet schon sehr nah am Fels

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Und das ist die Kapelle oben

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Zurück mit der 2-Richtungs-KSB mit Blick auf die "Gran Risa" und "Alting" Abfahrten in La Villa- die ich dieses Jahr dann gar nicht gefahren bin... Richtig Spaß macht die Gran Risa aber auch nur morgens, wenn sie noch frisch ist.

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Neu für mich: Die Verbindungsbahn von La Villa. Leider wird man auch auf dem Rückweg über diese Bahn geleitet, früher konnte man direkt bis zur ZUB abfahren.

Ich hatte mich dann mit dem Rest der Skifahrertruppe am Biok verabredet. Vorher kam aber noch ein Highlight...

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Der SL La Para! Was ein Kontrast zum durchmodernisierten Kronplatz- so waren früher praktisch alle heutigen Sesselbahnen hier oben (außer die Zubringer)! So ein cooler Lift, mitten im "Industrieskigebiet" 8)

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Hier stand bei meinem letzten Besuch auch noch eine alte DSB: der neue Ciampai-Lift - an sich sehr kurz für eine KSB, aber für den dortigen Funpark eine gute Investition.

Wir fuhren dann noch ein paar Fahrten am Biok und Ciampai (inkl. Funpark), bevor ich mich dann sogar zu einem kurzen Hüttenaufenthalt bewegen ließ :mrgreen:
Anschließend wurde zur Feier des Tages aber nochmal die absoluten Klassiker, der Übungslift Codes am Piz Sorega und die Piste "A" unter der Piz Sorega Bahn, gefahren. Ein Urlaub ohne diese Pisten ist einfach kein St. Kassian Urlaub ;)


Tag 2: FR 29.03.2013 | Carosello nel sole e Piz Sella nel nebbia...
So die Zusammenfassung des nächsten Tages.
Der Wetterbericht meldete leider sehr suboptimale Aussichten für die beiden noch kommenden Tage. Meinen Plan, das Skigebiet Cortina zu besuchen, ließ ich daher für diesen Tag erstmal fallen, da bei diesem Wetter wohl auch die interessantesten Bahnen (Cristallo bis oben und Bus Tofana) nicht öffnen würden. So hoffte ich, dass das Wetter am nächsten Tag vielleicht doch noch irgendwie besser würde uns sparte mir das erstmal auf. Das andere wichtige Ziel- der Korblift Fedaia- war leider organisatorisch ziemlich kompliziert. Da es keinen Skibus dorthin gibt, muss man entweder mit dem Auto bis hin fahren, hin und zurück laufen (das ist allerdings ein ganz schöner Marsch), oder von der Marmolada-Bergstation abfahren (Lawinen, Spalten) und dann irgendwie wieder zurück kommen. Letzteres schied schonmal aus, da ich weder Lawinenausrüstung noch eine Begleitung dabei hatte, und schon gar nicht im Nebel. Aber auch auf die anderen Varianten hatte ich nicht wirklich Lust, mit dem Auto wollte mich auch niemand fahren (ist auch ziemlich weit) und der ganze Aufwand dann bei dem Wetter... Korblift ist sowieso eher was für gutes Wetter^^
So machte ich einfach einen entspannten Tag und fuhr mit der Familie erstmal ziellos durch Alta Badia, besser gesagt war das Edelweißtal als grobes Ziel angepeilt.

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Dies ist das schon angesprochene "Skicarosello" von Alta Badia. Es gibt sehr viele teilweise recht kurze Lifte auf einer hügeligen Hochebene und viele blauen Pisten, daher wird das Areal auch als "blaues Meer" bezeichnet. Ansonsten gibt es von Corvara in Richtung Arabba noch die Pralongià, welche eine eher ruhige Ecke ist, und den Boè, wo es dank Sella-Runde meist recht voll ist. Ruhig ist es aber immer an den beiden seitlich gelegenen Bahnen dieser Berge, der 3SB Segg. Pralongià und dem SL Crep de Mont.

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Am Morgen war das Wetter tatsächlich ziemlich gut, was aber leider nicht besonders lange halten sollte.

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Während noch nicht alle Familienmitglieder im Skigebiet eingetroffen waren, fuhren wir schonmal am Codes und Piz Sorega

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Am Ciampai, der Berg über den Wolken müsste wieder der Sas dla Crusc (Heiligkreuzkofel) sein

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Vom Biok gehts richtung Pralongià

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Noch ein sehr schöner Lift: Der Dreieckslift Pralongià I. Früher war er ohne Kurve, damals kam man auch noch von diesem zum damaligen SL Pralongià II, was heute nicht mehr der Fall ist. Stattdessen hat man eine sehr schöne leere Abfahrt.

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Kurve und Blick richtung Passo Campolongo

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weiter gehts nach Corvara

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Von Corvara (hier rechts unten) schließt sich an der Boè-Talstation (als Teil der Sella-Runde) mal wieder eine in beide Richtungen als Verbindungsbahn genutzte 4KSB in Richtung Gröden an das Skigebiet an. Oberhalb von Colfosco zweigt von dieser Hauptverbindung eine EUB ab, die in das ziemlich coole Edelweißtal führt, das von 2 EUBs (eine davon extrem steil), einer 4KSB und einem SL erschlossen wird. Weiter richtung Grödnerjoch geht es mit einer langen EUB, an die sich die kurze 4SB Val Setus anschließt. Obwohl man auch schon zur nächsten Bahn abfahren könnte, wird man mit Zäunen gezwungen, diese zu fahren, denn es ist die letzte Bahn in Alta Badia, da wird nochmal von allen Ronda-Fahrern ein "Pieps" geholt.
In Wolkenstein wollte ich mal die Pisten um die Piz Sella-PB bzw. Comici fahren, da ich in diesem Bereich noch nie war, immer nur per Sella-Runde dran vorbei.

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Der Sellastock von der Sodlisia-KSB aus

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Das erste Ziel des Tages: Das Edelweißtal. Unten sieht man die EUB Colfosco, die Trasse im steilen Hang stammt von einem ehemaligen ESL. die aktuelle EUB Col Pradat auf diesen Gipfel erkennt man weiter links bei sehr genauem Hinsehen auch, die Stützen sind offensichtlich so hoch, dass keine Trasse geschlagen wurde.

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Blick auf das berühmte Mittagstal (Val Mezdì)- Eine bekannte Skiroute vom Sellastock (Pordoi) hinunter

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SL Stella Alpina im Edelweißtal- coole Stimmung zwischen den Felsen

Nachdem wir das Tal abgefahren hatten, hatte der Rest der Gruppe Lust auf einen Hüttenaufenthalt. Da sich dies erfahrungsgemäß etwas länger hinziehen kann und meine Zeit dort mit 3 Tagen doch ziemlich beschränkt war, spaltete ich mich von der Gruppe ab und setzte den Skitag alleine fort. Ich wollte noch weiter nach Gröden, um dort ein paar Punkte abzufahren, die ich schon länger mal fahren wollte...

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Nach der Fahrt mit der 4SB Val Setus (vor ein paar Jahren konnte man die Zäune noch mit etwas Schieben umfahren und gleich zur KSB Cir wechseln, jetzt ist tatsächlich die gesamte Abfahrt ab der EUB-Bergstation eingezäunt :roll: ) kam ich im Cir-Lift nochmal kurz über die Wolken. Somit stieg meine Hoffnung, dass dies am Piz Sella auch der Fall wäre...

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Diese neuen Geräte stehen am Straßenübergang von der Danterceppies zur Ciampinoi-Seite. Skipass dran halten bringt nix, die Sperre geht erst auf, wenn die Ampel für die Autos grün wird. Und das kann dauern :shock:

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Oben sieht man die EUB Ciampinoi, mit neuen Kabinen. Ich wollte aber mal in der klassischen Variante auf den Berg kommen, mit der gleichnamigen DSB etwas weiter links. Daher fuhr ich nun diesen SL Campo Freina, in der Hoffnung, dass man von dort zur DSB kommt. Dieser SL ist übrigens von Graffer aus dem Jahr 2008, somit eines der letzten Anlagen der mittlerweile insolventen Firma. Den Style seiner ESL- und Korblift-Anlagen hat Graffer aber leider nicht bis zum Ende beibehalten können.
Der Lift half mir allerdings kein Bisschen. Eigentlich könnte man von der Abfahrt den Lift queren, um dann auf dem sehr flachen Ziehweg, der von links von eben der DSB herkommt, zu kommen. Dies wird aber erfolgreich durch den im Bild sichtbaren Fangzaun links von der Trasse verhindert :evil: Benvenuti a Italia. So muss man von der Talstation aus direkt neben der SL-Trasse aufsteigen...

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Nach der -eben teilweise unnötigen- Plackerei bin ich dann auch an der DSB vom mir bis dahin unbekannten Hersteller Zemella angekommen. Kein Wunder, dass die keiner fährt, wenn man so schlecht hin kommt...

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Der Liftler grüßt, putzt den fast sauberen Sessel, wünscht eine gute Fahrt, und entspannt geht es nach oben.
Leider führte die Fahrt in eine Nebelwand hinein...
Aus dem Nebel kam ich leider erstmal nicht mehr heraus. Ich fuhr zur Piz Sella-PB, aber auch deren Bergstation hing komplett in den Wolken. So fuhr ich dann im dichtesten Nebel zum nächsten "Programmpunkt": Der SL Dolomiti, ein weiterer schöner alter Schlepper.

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Diesen Lift habe ich nur mit meinem GPS-Gerät gefunden! :lol: Schilder gabs keine, normalerweise ist es wohl so übersichtlich, dass es das nicht braucht... aber heute wusste ich nicht mal, ob ich jetzt auf oder neben der Piste unterwegs war. Leute waren auch fast keine unterwegs...
Wieder rauf zum Piz Sella ging es dann mit Comici I+II, das Gestochere im Nebel wollte ich mir nicht an den anderen Anlagen hier auch noch geben. Also via schwarzer Piste wieder nach Wolkenstein

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Nach der Fahrt mit der unglaublich lahmen Verbindungs-4KSB Costabella, die mit einer Maximalgeschwindigkeit von 2,5 m/s genau so schnell fährt wie eine durchschnittliche DSB, dem SL Risaccia und der DSB Val, stehe ich nun am Ende der Verbindungspiste von Val zum Risaccia, wo ich zur Danterceppies-Talstation wollte. Die Piste kommt leicht unterhalb der Bergstation der Schlepper raus, aber es ist nicht möglich, von hier aus zur Danterterceppies zu kommen, da wieder ein Fangzaun zwischen den Schlepptrassen und zwei weitere dahinter den Weg versperren! Ziemlich genervt vom italienischen Fangzaunwahn fuhr ich also nochmal den Risaccia-Lift...

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Um dann endlich zur Danterceppies zu kommen! Dies waren die letzten Betriebswochen dieser Bahn, die diesen Sommer planmäßig ersetzt wurde. Nachdem von der alten Bahn die Seile abgezogen und schon mit dem Bau der neuen Stationen begonnen wurde, gab es aber einen Erdrutsch, der sogar Stützen der alten Bahn einfach mal komplett versetzte. Über dieses Gebiet war der geplante Neubau einer Bahn unmöglich. Somit musste komplett umgeplant werden, das Erdrutsch-Gebiet wird jetzt durch eine zusätzliche Mittelstation umfahren. Die neue Bahn läuft jetzt seit Mitte Dezember, nur eine Woche nach Eröffnung der anderen Bahnen. Einen ganz großen Respekt an Leitner, dass dies noch pünktlich geschafft wurde!!
Und was für ein Glück, dass der Erdrutsch gerade dieses Jahr passiert ist... wenn man jetzt die neue Bahn auf alter Trasse gebaut hätte und dann nächstes Jahr, am besten noch im laufenden Betrieb, alles weggerutscht wäre, wäre das noch viel spannender geworden...

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Wir machen einen Sprung zu einer Abfahrt in Alta Badia, die ich tatsächlich noch nie gefahren war. Das ist die rote Abfahrt rechts von der 3SB Segg. Pralongià. Und sie passt tatsächlich so gar nicht zu den typischen Dolomitien-Abfahrten: Schmal, kurvig, kaum modelliert und sehr leer. Letzteres liegt aber wohl daran, dass die Abfahrt an einem Parkplatz endet, den man überqueren muss, um wieder zum Lift zu kommen.

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Ich ging aber auf die andere Seite der Straße, um einen ebenfalls sehr leeren und klassischen Hang zu fahren: Der SL Crep de Mont an der Boè-Flanke. Und mal wieder schlägt das "leere Lifte"-Pech zu: Direkt vor mir fährt eine Gruppe von Leuten...

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Während ansonsten der gesamte Lift leer ist^^ Das passiert mir so oft, immer wenn ich zeigen will, dass ein Lift besonders leer ist...^^

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auch hier eine schöne, schmale Abfahrt auf der ich auch wieder allein war ;)

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Und wieder zurück zur letzten 3SB in Alta Badia. Mal schauen, wie lange die noch steht.

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Blick auf den Pralongià I-Kurvenlift, oberhalb davon Arlara und links oben Col Alto

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Mein letztes Ziel des Tages war noch die neue 6KSB Masarei. Dafür geht es vorbei am SL Incisa... Da dieser wieder mal der letzte Lift vor der Außengrenze von Alta Badia ist, wird er nochmal besonders beworben. So zeigt z.b. der Pfeil nach Cherz/Arabba nach links zum Lift, obwohl es geradeaus viel direkter wäre- dorthin zeigt aber gar kein Pfeil :lol: In Kombination mit Fangzäunen an der Bergstation, die die Leute, die aus der Pralongià II aussteigen und nach Arabba wollen nicht zur viel schöneren Pista del Sole direkt zur Vizza-Talstation durch lassen, sondern hier her schicken, ist das mal wieder ein schönes Konzept um "Piepser" zu verdienen.
Ich fahre aber aus Zeitmangel geradeaus, sonst wäre ich auch nochmal die Pista del Sole gefahren...

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Und da ist sie! wie sehr habe ich schon in der Vorgänger-DSB (2km lang und sehr oft eisiger Gegenwind) gefroren... Die Fahrt mit der neuen KSB war da ein richtig triumphierendes Gefühl :D Definitiv eine der sinnvollen Investitionen der letzten Jahre!
Nach der schönen sehr langen Abfahrt "F" von der Pralongià nach St. Kassian war der Tag auch zu Ende. Ein schöner Tag, an dem einige Sachen, die ich "schon immer mal" fahren wollte, endlich geklappt haben. Aber es gibt noch so viel zu entdecken in diesem extrem riesigen Skigebiet...

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Re: Dolomiti 28.03.-30.03.2013|Kronplatz-Alta Badia-Cortina

Beitragvon TW » 20.12.2013, 22:10

SA 30.03.2013 | Cortina, das Skigebiet der Felsformationen, Style-Anlagen und komplizierten Liftnamen!

Nun blieb nur noch ein Tag übrig- und der Wetterbericht hatte sich leider kein bisschen verändert. So ziemlich genauso wie gestern, nur schon morgens bewölkt. Die Webcams des vergangenen Tages der oberen Bereiche von Cortina zeigten allerdings, dass die Sicht großteils noch halbwegs ok war, also nicht komplett im Nebel. Na wenigstens etwas... Ich wollte einfach hin.
Deshalb bestritt ich den folgenden Tag komplett alleine. Auf diese zeitlich nicht ganz stressfreie Tour im Nebel mit ständigen Busfahrten und alten Liften hatte verständlicherweise sonst keiner Lust.

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Um in Richtung Cortina zu kommen, musste ich ab Armentarola mit den Taxibussen zum Passo Falzarego fahren (6€/Person). Normalerweise gibt es auch einen Linienbus um 2€, der fuhr aber jetzt gegen Ende der Saison schon nicht mehr. An der Piz Sorega-Bergstation wollte ich dann nochmal schnell die Webcams von Cortina checken, gibt ja "freies WLAN"...
Ganz so frei ist es aber doch nicht, denn wir sind in Italien. Erstmal gibt es ein Anmeldeformular, wo man aber nicht etwa nur Benutzername und Passwort auswählen muss, sondern praktisch alle persönlichen Daten. Na toll, füll ichs halt schnell aus... Die Aktivierung ging dann (soweit ich mich noch erinnern kann^^) über SMS. also SMS anfordern... kam aber nix. 2 Minuten später immernoch nix. Na super, dann halt nicht... 10 Minuten umsonst verschwendet :roll:

Bei den Taxen trat meine Befürchtung aber zum Glück nicht ein, dass bei diesem Wetter keiner hoch will. So war sofort nach der Abfahrt ein Taxi voll und es ging ohne Wartezeit hinauf.

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Das Skigebiet Lagazuoi-Cinque Torri besteht aus zwei Bereichen, die bis vor wenigen Jahren auch nur in eine Richtung verbunden waren. Am Falzarego-Pass startet eine steile PB, von dort gibt es eine sehr schöne Abfahrt zurück zur Talstation und die extrem interessante und lange Abfahrt ganz runter nach Armentarola (also dort, wo die Taxibusse losfahren)
Auf der anderen Talseite gibt es noch eine kürzere 3SB und einen SL in sehr schöner Umgebung.
Über eine Verbindungspiste gelangt man zur 4KSB Cinque Torri mit "normalen" Abfahrten im Wald. Oberhalb gibt es eine DSB auf einen Sattel, von der anderen Seite kommt eine weitere DSB hoch. Die Schlepper an deren Talstation auf der anderen Talseite weiter gibt es leider schon länger nicht mehr, dafür aber jetzt die kurze, steile und wirkungsvolle Verbindungsbahn zurück zum Falzarego-Pass.
Dieser felsige Bereich- und generell eigentlich das ganze Skigebiet ist landschaftlich absolut traumhaft!! Dies kam heute im Nebel natürlich nicht ganz so zur Geltung, aber zum Glück war ich schonmal dort und durfte das erleben :)

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Angekommen an der wahnsinnig spektakulären, stützenfreien Lagazuoi-PB!
Die Abfahrt am Lagazuoi war wirklich genial. Die Piste hat eine sehr gute Neigung und war noch relativ frisch präpariert. Da die Leute aus der Pendelbahn "pulsiert" aussteigen, war die Piste vor mir auch komplett leer und ich musste nicht besonders viel auf andere Skifahrer aufpassen. So konnte man die Piste trotz Nebel ziemlich zügig runterfahren, ich habe dann auch noch einen Trupp von Leuten überholt, die offensichtlich aus der Kabine vor mir kamen :D
Mit dem Skigebiet Cinque Torri beschäftigte ich mich erstmal überhaupt nicht. Das hob ich mir für später auf, damit ich genug Puffer habe, falls die ganze Unternehmung (ich wollte ja bis zum Cristallo) doch länger dauert als gedacht. Daher fuhr ich möglichst schnell runter, um möglichst noch den Skibus an der Cinque Torri-Talstation richtung "Son dei Prade" im Tofana-Gebiet von Cortina zu bekommen. Dies klappte leider nicht, ich sah nur noch die Rücklichter. So "musste" ich dann noch eine Runde an der 4KSB fahren.
Den nächsten Bus (20 Minuten später) bekam ich dann aber- und so kommen wir schon wieder in ein neues Skigebiet:

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Wir sind nun in Veneto und damit außerhalb Südtirols "richtig" in Italien angekommen. Dies merkt man auch an der Struktur des Skigebietes, denn im Gegensatz zu den Gebieten um den Sellastock sind hier die alten, "coolen" Liftanlagen noch häufiger. Trotzdem gibt es aber auch relativ viele neue, kuppelbare Bahnen. Der Gebietsteil unter der Tofana besteht aus einigen flachen kuppelbaren Anlagen in lockeren Wäldern im unteren Teil, weiter oben im Bereich Duca d'Aosta wird es dann schon steiler und die Bäume weichen den Felsen.
Parallel dazu läuft eine Kette von Pendelbahnen die in die "obere Etage" führt. In einem genialen Hochtal fahren dort noch 2 3SBs und eine DSB durch eine Traumlandschaft aus Felsen- wenn man sie denn sieht.
Langsam wird auch klar, was mit den komplizierten Liftnamen gemeint ist: Kaum eine Bahn kommt hier mit nur einem Wort als Liftname aus. Das beginnt noch harmlos mit Namen wie die 3SB "Pian Ra Valles", über die 6KSB "Roncato Festis (Tofana Express)" bis hin zur 3SB "Duca d'Aosta-Forc. Pomedes". Aber wenigstens ist das kreativer, als an jede kuppelbare Bahn ein "X-Press" dran zu hängen ;)

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Doch auch in diesem Skigebietsteil wollte ich mich nicht lange aufhalten, die Erkundung stand ebenfalls für den Rückweg auf der Tagesordnung. Ob es überhaupt einen Bus in Richtung Faloria-PB gibt und wo dieser abfährt, erfuhr ich übrigens erst vom Busfahrer des vorherigen Buses. Im Internet habe ich vorher keinen Fahrplan ausfindig machen können, erst nachher, als ich wusste, dass der Bus zum Stadtbus Cortina ("bus urbano") gehört, habe ich ihn gefunden. Der Busfahrer hatte mir mitgeteilt, dass der Bus ab der Talstation Socrepes fährt. Das war sogar noch besser als meine Vermutung an der Tofana-PB, deshalb fuhr hier ich tatsächlich mit gar keinem Lift, um schnell weiter richtung Cristallo-Scharte zu kommen.
Die Abfahrt ging dann entlang des stillgelegten SL Lacedel, der noch relativ neu aussieht...

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Alleine am stillgelegten SL, im Hintergrund Cortina und rechts die Felswand, über die die Faloria-PB führt.

Mit den kleinen orangenen Stadtbussen fährt man also in Richtung Faloria. Im Bus war ich mal wieder der einzige Skifahrer, er wurde aber auch gut von den Bürgern Cortinas genutzt.
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Die Faloria-Seite besteht wieder aus zwei Teilen: An der Faloria befindet sich das Skigebiet in einem Kessel hinter der eben gezeigten Felswand. An der Bergstation gibt es einen SL, der eine Piste mit erschließt, ansonsten wird der gesamte Kessel von der 4KSB Vitelli bedient. Zusätzlich gibt es parallel dazu noch eine Doppel-DSB-Anlage von Nascivera, die aber wohl nur bei großem Andrang läuft. Die Pisten sind recht steil- nur rot und schwarz. Im Wald unterhalb der 4KSB gibt es noch eine weitere 4KSB, auch mit roten und schwarzen Pisten, die unterste Sektion ist dann die kürzere 3SB, die wohl den Rekord bei den Liftnamen stellt: 3SB "Rio Gere-Pian de Ra Bigontina".
Auf der anderen Straßenseite führt dann eine ein weiterer Lift hinauf zum Ziel des Tages: die DSB Forcella Stanies in der Cristallo-Scharte.

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In der Talstation der Faloria-PB hängt dieses Plakat: Da will ich hin!! "Eröffnung täglich um 12 Uhr, abhängig von den Wetterbedingungen". Das hört sich schon ganz anders an, als in den letzten Jahren, wo man fast nie bis zur Bergstation der DSB fahren durfte. Aber die heutigen Wetterbedingungen ließen mir wenig Hoffnung, heute bis ganz rauf fahren zu dürfen. Trotzdem wollte ich nicht jegliche Hoffnung aufgeben und terminierte daher meine Ankunft an der Staunies-Bahn auf 12 Uhr.

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Die Stühle könnten fast aus alten ESL-Sesseln bestehen...

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Die untere Sektion verläuft recht flach, die Obere erklimmt dann die hinten sichtbare steile Felswand!

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Das sieht dann so aus

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Rückblick auf die gesamte Trasse

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MIt der stylishen Doppel-DSB Girilada wäre ich auch gerne gefahren. Aber erwartungsgemäß lief nur die hinten sichtbare 4KSB.

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Die eingeschneite Talstation sah auch nicht nach Eröffnung am Nachmittag aus.

Da ich noch Zeit hatte, um nicht "zu früh" an der Stanies anzukommen, fuhr ich schonmal mit der 4KSB Vitelli, um dann die schöne lange schwarze Abfahrt runter zur Passtraße zu fahren.

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fast unten fährt man durch dieses schöne Felsportal

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Auf der anderen Seite konnte ich endlich mal die coolen Skydancer-Bubbles ausprobieren in der sehr langen 4KSB Rio Gere-Son Forca

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Und da ist er! Stylekönigin im Skigebiet, die DSB Forcella Staunies von Leitner 1968. Blaue Stützen, rote Rollen, im Sommer bunte 2er-Kabinen und das ganze in einer der genialsten Felslandschaften, die man sich zum Skifahren vorstellen kann.

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So schade, dass die Felsen heute im Nebel hängen...

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An der Talstation gab es dann das erwartete Schild, dass die Bahn ab der Mittelstation gesperrt ist. "Pericolo di valanghe"-Lawinengefahr.

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Trotzdem genieße ich die -ziemlich langsame- Fahrt durch die Stille und die Felsen. Leider kommt aber schon die Ausstiegsstation in Sicht. Danach wird die Strecke nämlich erst so richtig interessant, und an der Stelle, die jetzt im Nebel verschwunden ist, auch richtig steil.

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Wegen dem Fotografieren habe ich den Bügel wohl etwas später geöffnet als der Durchschnittsfahrgast- die Liftwärterin hat sofort reagiert und mich zum Aussteigen ermahnt. "Scendere obbligatorio". Keine Chance.

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Da schweben die Sessel hinauf...

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Trotzdem war die Abfahrt genial, auch wenn sie leider tatsächlich komplett modelliert ist...

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Da stehen auch die coolen Kabinen für den Sommer. Eine Fahrt damit würde mich auch sehr reizen...
Ich verabschiede mich wieder von dem coolen Lift und es geht zurück in Richtung Faloria

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Überall im Skigebiet steht dieses Schild... Italien eben.

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Bergstation der Doppel-DSB- wie erwartet blieb sie außer Betrieb

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Noch zwei Fahrten gönnte ich mir an den sportlichen Pisten der 4KSB, dann ging es wieder zur Talfahrt mit der Faloria-PB. Eine direkte Talabfahrt gibt es natürlich nicht, ich meine aber, dass in alten Pistenplänen eine (grüne) Abfahrt von Rio Gere entlang der Straße nach Cortina eingezeichnet war. Für solche Unternehmungen "auf gut Glück" fehlte mir aber heute die Zeit.

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Wieder an der Talstation- hier sah ich, dass es auch einen direkten Bus zur Pendelbahn Tofana gibt. Den nahm ich dann auch...

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Zurück im Skigebiet Tofana fuhr ich an der Mittelstation noch die schwarze Abfahrt an der DSB Colfiere-Col Drusciè. Eine ganz nette Piste, aber ich habe letztens ein altes Video von dieser Piste bei der Eröffnung der ersten Bahn auf Col Drusciè gesehen. Da sieht man erst mal, wie krass die Piste mit der Zeit totmodelliert wurde :cry:

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Blick aus der DSB auf die erste, recht flache Sektion

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Die 2. Sektion verläuft - wie auf der Faloria-Seite- deutlich steiler. Leider war hier an der Station schon ein Zettel zu sehen, der mir gar nicht gefiel: Cacciatori und Bus Tofana geschlossen wegen Lawinengefahr. Ich frag mich, ob man das wirklich nicht sichern konnte, oder ob man nur aufgrund des erwarteten geringen Besucheraufkommens zu faul dazu war...

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MAAAAAANN :evil: auch diese beiden Bahnen verlaufen in genialster Felslandschaft und bieten sehr coole Pisten...
Ironischwerweise wurde diesen Sommer Ende Juni gerade an diesem Lift Sommerschi angeboten! Auf dem Schnee, den an diesem Karsamstag geschneit hat, als ich die Bahn fahren wollte ;)

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Wenigstens lief die 3SB Pian Ra Valles, wo ich dann eine Wiederholungsfahrt machte. Und dabei war ich wirklich komplett allein. Absolute Stille bis auf die Geräusche des Lifts, die auf der Piste nicht hörbar waren. In so einem großen Skigebiet- ein Erlebnis für sich!

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Die Pendelbahn zum Gipfel läuft nur im Sommer.

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Ein bisschen mehr Sicht als vorher, aber am Öffnungsstatus ändert das natürlich nichts. Schon etwas enttäuscht mache ich mich wieder auf den Weg nach unten.

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Denn eine coole Liftachse fehlte noch: die 4KSB und 3SB an der Duca d'Aosta. Die 3SB geht auch landschaftlich sehr schön durch Felsen, wenn man sich aber mal alte Bilder oder auch einfach Google Earth anschaut, sieht man, dass hier- wie in Italien üblich- auch sehr stark modelliert wurde.

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Felsen sind einfach allgegenwärtig im ganzen Skigebiet Cortina
Anschließend musste ich mir dann schon wieder Gedanken über den Busfahrplan richtung Cinque Torri machen. Der Zeitplan ließ eben nur sehr wenige Wiederholungsfahrten zu...

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So ist dieses Bild dann schon aus dem Cinque Torri-Gebiet. Diese DSB Alpe Potor-Nuvolao ersetzte leider einen sehr schönen ESL. Interessant ist aber, dass dafür die alte DSB Cherz I hergenommen und hierher versetzt wurde. Somit meine erste Bahn, die ich an zwei verschiedenen Standorten fahren konnte.

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Die DSB Fedare-Forc. Nuvolao auf der anderen Seite verspricht aber wieder Style vom feinsten. Von Leitner 1973 erbaut, zwischendurch jahrelang schon stillgelegt und dann wieder für die "Grande Guerra"-Skitour zum Leben erweckt.

Zeitlich ging sich sogar noch eine Fahrt an dieser Bahn aus...

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So konnte ich nochmal durch die wieder genialen Felslandschaften schweben- ein Jammer, dass man sie nicht sehen kann :( Zum Glück war ich schon mal hier, und weiß was ich "verpasse", ein kleiner Rückblick auf meinen Bericht aus 2008...

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schon viel besser 8) Aber wie wenig Schnee da lag, das war sogar noch einen halben Monat früher im Jahr :shock:

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Jetzt aber auf in die für mich neue Verbindungsbahn- noch eine Busfahrt hätte mich jetzt auch langsam aufgeregt ;)

Danach wurde es aber nochmal zeitlich spannend, denn die neue Verbindung Richtung Falzarego kannte ich wie gesagt noch nicht. Die Zeit, um pünktlich zur letzten Fahrt der Lagazuoi-PB zu kommen, hatte ich also nur grob aus dem Pistenplan geschätzt. Die Länge der Piste ab der DSB Croda Negra hatte ich schonmal deutlich unterschätzt, und vor allem dass sie nur eine so geringe Steigung hat- mehr Skiweg als Piste... ist immerhin als rote Piste eingetragen. Da ließ ich schonmal einige Minuten liegen, was aber an sich noch kein Problem war. Das Problem ergab sich erst, als ich plötzlich (im Nebel) unterhalb der 3SB Falzarego stand und realisierte, dass ich von hier nicht mehr zur PB komme, ohne die 3SB zu fahren. Auch das ist aus dem Pistenplan nicht so ganz eindeutig ersichtlich... Auch das wäre noch gut schaffbar gewesen, das Problem war aber, dass die Bahn bereits stand. Schluss schon 20 Minuten vor der letzten Fahrt mit der PB?? Zum Hochlaufen zur Bergstation der 3SB war ich schon recht weit unten, daher fuhr ich dann doch runter, in der Hoffnung, dass es nur eine kurze Betriebsunterbrechung ist. Das an der Talstation angebrachte Schild verriet mir, dass es exakt eine Minute nach Liftschluss war. Der Lift war aber offensichtlich schon länger aus- vor ca. einer Minute stand ich ja auch schon unter dem abgeschalteten Lift. Zwei Mitarbeiter waren gerade mit irgendwelchen Wartungsarbeiten beschäftigt- somit war es wohl auch nicht möglich, ihn wieder einzuschalten. Das war also der 4. unvorhergesehene Faktor (Skiweg statt roter Piste, keine direkte Skiverbindung zur PB, generell früher Liftschluss und zusätzlich verfrühter Liftschluss wegen Wartungsarbeiten...)
Die letzte Pendelbahn des Tages fuhr in etwas mehr als 15 Minuten- wenn ich diese nicht erwische, habe ich ein ganz schönes Problem, denn die extrem lange Abfahrt nach Armentarola startet an der Bergstation.
Zur PB hochlaufen in 15 Minuten wäre schon extrem knapp. Deshalb habe ich mich bei den Liftlern bemerkbar gemacht und gesagt, dass ich noch zur Lagaozuoi-Bahn müsse- in der Hoffnung, dass man den Lift vielleicht doch noch mal eröffnen kann. Der Mann fragte seinen Kollegen- die Antwort kam schnell, genervt und direkt: "Prende il motoslittino!!"

So brachte mich der Mitarbeiter dann per Skidoo zur Pendelbahn-Station. Grazie mille- und Glück gehabt.

Die in der Pendelbahn mitfahrenden Schweizer (mit krassen freeride-Ski :D ) übernachteten scheins im Hotel am Lagazoui, somit war ich dann ganz alleine auf der Lagazoui-Abfahrt. 6km Abfahrt (Google-Earth-Messung, ohne das Schiebestück ab Capanna Alpina^^), eine viertel Stunde einfach nur abwärts fahren in (normalerweise) grandioser Landschaft - Die Abfahrt is definitiv ein großes Highlight des Skigebietes.

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Beeindruckend ist ebenfalls der Eisfall direkt neben Abfahrt, wobei ich zum Eisklettern auch schon deutlich größere erlebt habe ;)

Die eigentliche Abfahrt endet an der Capanna Alpina, dort ist man aber noch nicht am Lift von Armentarola. Für die Bewältigung des folgenden Schiebestücks gibt es normalerweise einen "Pferdelift", wo ein ganzer Pulk von Skifahrern von Pferden an Seilen gezogen wird. Das ist durchaus auch ein Erlebnis, kostet aber auch wieder 2€/Person, weshalb wir das glaube ich überhaupt nur 1x gemacht haben und seitdem immer komplett geschoben haben. Um diese Uhrzeit gab es natürlich keinen Pferdeschlitten mehr und ich musste sowieso schieben, was in dem relativ flachen Stück auch nicht so das Problem ist.

Der Armentarola-Lift war aber natürlich auch schon geschlossen- was ich auch so eingeplant hatte. Eigentlich wollte ich am Lift hochlaufen, sah dann aber ein Schild für eine direkte Langlaufloipe (Skatingspur) nach St. Kassian. Damit würde ich mir doch einiges an Höhenmeter sparen...

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Gut die Hälfte des verbliebenen Weges ging es noch bergauf, danach konnte man allerdings sogar abfahren.

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Und so war ich wieder in St. Kassian angelangt- die Bahn stand natürlich schon, in Italien wird ja praktisch nie garagiert.
So war der kurze und verschneite Osterurlaub in Südtirol auch schon beendet. Das Wetter war eben leider nicht so toll, der Bericht ist vielleicht eher ein schriftliche Beschreibung, wie schön es sein könnte, wenn denn das Wetter passen würde und einige bestimmte Anlagen geöffnet wären...
Ich fand es trotzdem einen gelungenen Kurzurlaub, in dem ich endlich Ecken des Skigebietes abfahren konnte, wo ich schon sehr lange hin wollte. Damit bin ich aber noch lange nicht fertig- das Skigebiet wird mich definitiv wieder sehen, auch wenn es teilweise ziemlich "Industrieski" ist. Die geniale Landschaft kann aber so schnell nicht zerstört werden, und das ist wohl das beste Argument für diese Region.

Ich wünsche frohe Weihnachten und eine gute Skisaison 2013/2014!! :)


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